
655 Eigentumswohnungen in der Zwangsversteigerung
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Eigentumswohnungen aus der Zwangsversteigerung: Zahlen und Preise
Eigentumswohnungen sind nach Einfamilienhäusern die zweithäufigste Objektart in der Zwangsversteigerung und die mit den niedrigsten Einstiegspreisen: viele Wohnungen werden unter 100.000 € bewertet, vor allem im Ruhrgebiet, in Ostdeutschland und in kleineren Städten. Für Selbstnutzer und Anleger gleichermaßen interessant, aber mit einer Besonderheit: Sie kaufen sich in eine Eigentümergemeinschaft ein.
Derzeit stehen 655 Eigentumswohnungen an 206 Amtsgerichten zur Versteigerung, 225 davon mit Termin in den nächsten 30 Tagen. Die Termine verteilen sich so auf die Monate: Oktober 2026 170, November 2026 247, Dezember 2026 117, Januar 2027 54. In den vergangenen 30 Tagen kamen 266 Verfahren neu hinzu, in den 30 Tagen davor 22. 70 Verfahren (11 %) sind Teilungsversteigerungen, bei denen Miteigentümer wie Erben oder geschiedene Ehegatten ihre Gemeinschaft auflösen. Bei 36 Verfahren (5 %) sind die Wertgrenzen bereits weggefallen, dort ist ein Zuschlag auch weit unter dem Verkehrswert möglich.
Der mittlere festgesetzte Verkehrswert liegt bei 131.400 €; die Hälfte der Eigentumswohnungen liegt zwischen 64.000 € und 252.000 €, 40 % sind laut Gutachten weniger als 100.000 € wert, 8 % mehr als 500.000 €. Bezogen auf die Fläche sind das im Mittel 1.873 €/m² bei einer typischen Größe von 71 m². Der Zuschlag fällt meist unter dem Verkehrswert: im ersten Termin oft bei 70 bis 90 %, im Wiederholungstermin ohne Wertgrenzen auch deutlich darunter.
Aus den Bekanntmachungen lesen wir Merkmale heraus: 72 Objekte sind ausdrücklich ohne Innenbesichtigung bewertet, 90 als vermietet und 71 als leerstehend erfasst. Ein fehlender Vermerk heißt nur, dass das Gericht nichts dazu geschrieben hat.
Eigentumswohnungen nach Bundesland
Die meisten Eigentumswohnungen werden derzeit in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Berlin versteigert. Der Klick auf ein Bundesland zeigt die Eigentumswohnungen dort.
Städte mit den meisten Eigentumswohnungen
Worauf Sie bei einer Eigentumswohnung aus der Zwangsversteigerung achten sollten
Hausgeld und Rückstände. Rückständiges Hausgeld wird bis zu 5 % des Verkehrswerts vorrangig aus dem Erlös bedient (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 ZVG); alte Rückstände übernehmen Sie nicht, ab dem Zuschlag zahlen Sie das laufende Hausgeld. Fragen Sie den Verwalter nach Wirtschaftsplan und Instandhaltungsrücklage.
Teilungserklärung und Beschlüsse. Beschlossene Sonderumlagen, die nach dem Zuschlag fällig werden, treffen Sie. Die Teilungserklärung regelt, was zur Wohnung gehört (Keller, Stellplatz, Gartenanteil) und was Sie nutzen dürfen.
Vermietet oder selbst genutzt?. Ein Mietverhältnis geht auf Sie über (§ 57 ZVG). Für Eigenbedarf brauchen Sie trotz Sonderkündigungsrecht (§ 57a ZVG) einen Kündigungsgrund.
Was für alle Objektarten gilt: Die Sicherheitsleistung von 10 % des Verkehrswerts wird auf Verlangen sofort im Termin fällig und darf nicht bar geleistet werden; im ersten Termin schützen die 5/10- und 7/10-Grenze vor einem Zuschlag weit unter Wert; zum Meistgebot kommen Grunderwerbsteuer, Zuschlagsgebühr und Grundbuchkosten hinzu.
Häufige Fragen zu Eigentumswohnungen in der Zwangsversteigerung
Wie viele Eigentumswohnungen werden derzeit zwangsversteigert?
Derzeit 655 Eigentumswohnungen an 206 Amtsgerichten, 225 davon mit Termin in den nächsten 30 Tagen. Der nächste Termin ist am Montag, 12. Oktober 2026 um 09:30 Uhr. Die Zahl ändert sich mit jedem Lauf des Justizportals, das wir mehrmals täglich auslesen.
Was kostet eine Eigentumswohnung aus der Zwangsversteigerung?
Der mittlere festgesetzte Verkehrswert liegt bei 131.400 €; die Hälfte der Objekte liegt zwischen 64.000 € und 252.000 €. Das entspricht im Mittel 1.873 €/m². Der Zuschlag fällt meist unter dem Verkehrswert. Hinzu kommen Grunderwerbsteuer (3,5 bis 6,5 % je Bundesland), die Zuschlagsgebühr des Gerichts und die Grundbuchkosten; Maklerprovision und Notarkosten entfallen.
In welchen Bundesländern gibt es die meisten Eigentumswohnungen?
Nordrhein-Westfalen (259), Bayern (69) und Berlin (57).
Worauf muss ich bei einer Eigentumswohnung besonders achten?
Hausgeld und Rückstände: Rückständiges Hausgeld wird bis zu 5 % des Verkehrswerts vorrangig aus dem Erlös bedient (§ 10 Abs. Teilungserklärung und Beschlüsse: Beschlossene Sonderumlagen, die nach dem Zuschlag fällig werden, treffen Sie. Vermietet oder selbst genutzt?: Ein Mietverhältnis geht auf Sie über (§ 57 ZVG).
Kann ich eine Eigentumswohnung vor der Versteigerung besichtigen?
Einen Anspruch auf Besichtigung gibt es nicht; der Eigentümer muss niemanden hereinlassen. Aktuell wurden 72 von 639 Objekten mit erfassten Merkmalen ausdrücklich ohne Innenbesichtigung bewertet. Fragen Sie beim Gericht oder beim Sachverständigen nach; bei vermieteten Objekten hilft manchmal der Mieter. Sonst bleiben Gutachten, Fotos, Außenbesichtigung und ein Sicherheitsabschlag im Gebot.
Ratgeber für Bieter

So läuft der Termin ab
Vom Aufruf bis zum Zuschlag in 45 bis 90 Minuten. Was im Saal passiert und wann Sie handeln müssen.

Wie viel muss ich mindestens bieten?
Geringstes Gebot, Wertgrenzen, Einstellung durch den Gläubiger: die drei Schwellen und wie viel Prozent vom Verkehrswert Ersteher wirklich zahlen.

Was der Modernisierungsstau wirklich kostet
Kostentabelle 2026 für Bad, Heizung, Dach, Fenster, Elektrik, Pflichten nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz, Förderung und der richtige Sicherheitsabschlag.

Abteilung I, II, III und der Rang
Welche Einträge nach dem Zuschlag bleiben, welche erlöschen, was die Rangklassen bedeuten und wo Sie den Auszug bekommen.
Zwangsversteigerung: alles Wichtige → · Alle 95 Ratgeber →
Alle Zahlen aus den amtlichen Bekanntmachungen im Justizportal, Stand Fr, 09.10.2026 19:55 Uhr. Rechtliche Hinweise ohne Gewähr; maßgeblich sind Bekanntmachung und Gutachten des Gerichts.
