Wohnmobil gebraucht kaufen: worauf Sie achten müssen
Die Prüfpunkte beim Kauf eines gebrauchten Wohnmobils: Feuchtigkeit im Aufbau, Basisfahrzeug, Gasanlage und Prüfpflicht, Führerschein, Zuladung und Auflastung, Reifen, Steuer, Versicherung und Kaufvertrag, mit Checkliste.

Prüfen Sie zuerst den Aufbau auf Feuchtigkeit, dann Basisfahrzeug, Gasanlage, Gewicht und Reifen. Die Gasanlage muss seit dem 19. Juni 2025 alle 24 Monate nach DVGW G 607 geprüft werden (§ 60 StVZO). Mit Klasse B dürfen Sie Wohnmobile bis 3.500 kg zulässige Gesamtmasse fahren, darüber brauchen Sie C1. Lassen Sie sich Prüfbescheinigungen, HU-Berichte und Servicehefte zeigen.
Inhalt
- Worauf muss ich beim Kauf eines gebrauchten Wohnmobils achten?
- Wie erkenne ich Feuchtigkeit im Aufbau?
- Was muss ich am Basisfahrzeug prüfen?
- Wie oft ist die Gasprüfung beim Wohnmobil Pflicht?
- Welcher Führerschein reicht für das Wohnmobil?
- Wie viel Zuladung bleibt, und lohnt sich eine Auflastung?
- Wie alt dürfen die Reifen am Wohnmobil sein?
- Was kosten Kfz-Steuer und Versicherung für ein Wohnmobil?
- Wie kaufe ich ein gebrauchtes Wohnmobil sicher, privat oder beim Händler?
- Häufige Fragen
1Worauf muss ich beim Kauf eines gebrauchten Wohnmobils achten?
Auf Feuchtigkeit im Aufbau, den Zustand des Basisfahrzeugs, eine gültige Gasprüfung und das Gewicht. Erst danach zählen Ausstattung und Grundriss, denn Feuchtigkeitsschäden sind teuer und fehlende Zuladung lässt sich kaum beheben.
Ein Wohnmobil besteht aus zwei Teilen: dem Basisfahrzeug, meist einem Transporter, und dem Aufbau mit Wänden, Dach, Möbeln und Bordtechnik. Beide altern unterschiedlich, prüfen Sie deshalb beide getrennt und mit ihren eigenen Unterlagen. Diese Liste nehmen Sie zur Besichtigung mit, dazu ein Feuchtigkeitsmessgerät und eine Taschenlampe.
2Wie erkenne ich Feuchtigkeit im Aufbau?
Mit einem Feuchtigkeitsmessgerät an Ecken, Fenstern, Dachluken und Leisten, dazu mit Nase und Fingern: muffiger Geruch, Stockflecken, weiche Wände oder Böden und Beulen in der Außenhaut sind Warnzeichen.
Wasser dringt meist dort ein, wo Teile in die Außenwand eingesetzt sind: an Fenstern, Dachluken, Leisten, Klappen und an den Kanten zwischen Dach und Wand. Viele ältere Aufbauten haben ein Gerippe aus Holz, das unbemerkt fault, während die Verkleidung innen noch gut aussieht. Bei Sandwichwänden kann sich die Außenhaut vom Kern lösen. Das zeigt sich als Beule und klingt beim Abklopfen hohl.
Ein einfaches Feuchtigkeitsmessgerät zeigt keine genaue Wassermenge, sondern Vergleichswerte. Messen Sie deshalb zuerst mitten in einer Wand, wo selten Wasser hinkommt, und danach rund um jedes Fenster, an allen Ecken, unter den Dachluken, im Bad und im Boden vor der Tür. Liegen einzelne Stellen deutlich höher, ist dort wahrscheinlich etwas undicht. War das Fahrzeug in einem Hochwasser, lesen Sie auch Wasserschaden am Auto erkennen.
Neues Silikon an Fenstern und Dachkanten kann Wartung sein oder eine eilige Reparatur vor dem Verkauf. Fragen Sie nach der Rechnung und messen Sie dort besonders gründlich.
Manche Hersteller geben eine Dichtigkeitsgarantie, die nur bei regelmäßiger Prüfung in einer Vertragswerkstatt gilt. Lassen Sie sich die Protokolle zeigen und klären Sie, ob die Garantie auf Sie übergeht.
„Riecht es nicht muffig, ist der Aufbau trocken.“
Richtig ist: Feuchtigkeit sitzt oft unsichtbar in Wand und Boden. Ein gelüftetes oder frisch beheiztes Wohnmobil riecht neutral, auch wenn das Holz im Inneren schon fault. Messen Sie deshalb immer.
3Was muss ich am Basisfahrzeug prüfen?
Wartung nach Herstellerplan, Rost an Rahmen und Unterboden, Kupplung, Bremsen und den Kaltstart. Wohnmobile fahren oft schwer beladen und stehen lange, beides setzt der Technik zu.
Fahrgestell und Aufbau stammen meist von verschiedenen Herstellern. Motor, Getriebe und Bremsen wartet eine Werkstatt der Fahrzeugmarke, den Aufbau der Händler des Aufbauherstellers, oft mit zwei Serviceheften. Fehlen über Jahre Einträge, rechnen Sie mit aufgeschobener Wartung.
Lassen Sie den Motor kalt starten und achten Sie auf Rauch, Klappern und Warnleuchten. Auf der Probefahrt zeigen sich eine rutschende Kupplung, ziehende Bremsen und Geräusche aus dem Fahrwerk. Rost am Rahmen, an Verlängerungen des Fahrgestells und an den Befestigungen des Aufbaus ist ernster als Rost an einer Klappe. Auch lange Standzeiten schaden Bremsen, Batterien und Dichtungen. Ist die Hauptuntersuchung abgelaufen, lesen Sie vorher Auto ohne TÜV kaufen.
Kilometerstand und Vorgeschichte des Basisfahrzeugs belegen Rechnungen, Servicehefte und die Berichte der Hauptuntersuchungen, auf denen der Kilometerstand steht. Vor dem Kauf können Sie zusätzlich anhand der Fahrgestellnummer prüfen, ob Einträge zu Kilometerständen, Schäden, Diebstahl oder Zulassungen im Ausland vorliegen.
Den Zustand des Aufbaus zeigt kein Datenabgleich. Feuchtigkeit, Gasanlage und Einbauten prüfen Sie selbst oder lassen sie von einer Werkstatt oder einer Prüforganisation wie TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS ansehen. Ist das Wohnmobil noch finanziert, liegt der Fahrzeugbrief oft bei der Bank. Wie Sie dann sicher kaufen, steht im Ratgeber Finanziertes Auto kaufen.
4Wie oft ist die Gasprüfung beim Wohnmobil Pflicht?
Seit dem 19. Juni 2025 muss der Halter die Gasanlage nach DVGW G 607 prüfen lassen, danach alle 24 Monate (§ 60 StVZO). Fragen Sie beim Kauf nach der Prüfbescheinigung und ihrem Datum.
Nach § 60 Abs. 1 StVZO lassen Halter ihre Flüssiggasanlagen, die nicht dem Antrieb dienen und höchstens 1,5 kg Gas je Stunde verbrauchen, nach dem DVGW-Arbeitsblatt G 607 prüfen: vor der ersten Inbetriebnahme, nach prüfpflichtigen Änderungen und danach alle 24 Monate. Die Pflicht gilt seit dem 19. Juni 2025 (§ 72 Abs. 15 StVZO), unabhängig von der Hauptuntersuchung. Prüfen dürfen anerkannte Sachkundige, etwa an Prüfstellen, in Fachwerkstätten oder als mobiler Dienst. Für gewerblich genutzte Fahrzeuge, etwa Verkaufswagen, gilt stattdessen die Betriebssicherheitsverordnung (§ 60 Abs. 2 StVZO).
Mit der Zulassung auf Ihren Namen werden Sie Halter und tragen die Pflicht selbst. Lassen Sie sich die letzte Prüfbescheinigung geben und rechnen Sie nach, wann die nächste fällig ist. Fehlt sie, ist sie abgelaufen oder wurde an der Anlage etwas geändert, lassen Sie vor der ersten Benutzung prüfen. Bei der Besichtigung schalten Sie alle Gasgeräte nacheinander ein. Riecht es nach Gas, brechen Sie ab. Wer die Frist überzieht, handelt ordnungswidrig (§ 69a Abs. 2 Nr. 20 StVZO). Die Regelsätze im Bußgeldkatalog, Nr. 200, Stand Oktober 2026:
| Gasprüfung überfällig seit | Regelsatz für den Halter |
|---|---|
| mehr als 2 bis 4 Monaten | 15 € |
| mehr als 4 bis 8 Monaten | 25 € |
| mehr als 8 Monaten | 60 € |
„Die Gasprüfung macht der Prüfer bei der Hauptuntersuchung mit.“
Richtig ist: Sie ist eine eigene Pflicht nach § 60 StVZO mit eigener Frist von 24 Monaten. Eine frische HU-Plakette sagt nichts darüber, ob die Gasanlage geprüft ist. Maßgeblich ist die Prüfbescheinigung nach G 607.
5Welcher Führerschein reicht für das Wohnmobil?
Klasse B reicht bis 3.500 kg zulässige Gesamtmasse, darüber brauchen Sie bis 7.500 kg die Klasse C1 (§ 6 FeV). Die alte Klasse 3, erteilt bis Ende 1998, reicht ebenfalls bis 7.500 kg.
Maßgeblich ist die zulässige Gesamtmasse in Feld F.2 der Zulassungsbescheinigung Teil I, nicht das tatsächliche Gewicht. Für Wohnmobile über 3.500 kg bis 7.500 kg brauchen Sie Klasse C1. Die Fahrerlaubnis-Verordnung nennt Wohnmobile dabei ausdrücklich (§ 6 Abs. 1 und 4a FeV). C1 gibt es ab 18 Jahren. Sie wird für höchstens fünf Jahre erteilt und muss danach verlängert werden (§ 23 FeV).
Wer die alte Klasse 3 bis Ende 1998 erworben hat, darf Wohnmobile bis 7.500 kg fahren. Beim Umtausch werden C1 und C1E unbefristet eingetragen (Anlage 3 FeV, § 76 Nr. 9 FeV). Wer ohne die nötige Klasse fährt, fährt ohne Fahrerlaubnis, und das ist eine Straftat (§ 21 StVG).
Nach der Richtlinie (EU) 2025/2205 vom 22. Oktober 2025 dürfen Inhaber der Klasse B künftig Wohnmobile bis 4.250 kg fahren, nach einer Schulung von mindestens sieben Stunden oder einer Prüfung (Code 96.02 im Führerschein). Die Mitgliedstaaten müssen die Regeln ab 26. November 2029 anwenden. Das Bundesverkehrsministerium kündigte am 2. September 2026 eine Lösung mit zusätzlicher Schulung an. Bis dahin gilt in Deutschland die Grenze von 3.500 kg.
Steht in Feld F.2 mehr als 3.500 kg, etwa nach einer Auflastung, dürfen Sie das Wohnmobil mit Klasse B nicht fahren, auch nicht leer und nicht zur Probefahrt.
6Wie viel Zuladung bleibt, und lohnt sich eine Auflastung?
Zuladung ist die zulässige Gesamtmasse (F.2) minus die Masse in fahrbereitem Zustand (G). Bei 3.500 kg bleibt oft wenig. Eine Auflastung schafft Reserve, verlangt aber C1 und bringt später kürzere HU-Abstände.
Feld F.2 nennt die zulässige Gesamtmasse, Feld G die Masse des fahrbereiten Fahrzeugs. Die Differenz ist die Zuladung laut Papieren. Was in G schon enthalten ist, etwa Kraftstoff, Wasser oder Gas, steht in den Unterlagen des Herstellers. Nachrüstungen wie Markise, Fahrradträger oder Solaranlage gehen meist noch ab.
| Zulässige Gesamtmasse (Feld F.2) | 3.500 kg |
| Masse in fahrbereitem Zustand (Feld G) | minus 2.950 kg |
| Zuladung laut Papieren | 550 kg |
| Beifahrerin oder Beifahrer | minus 75 kg |
| 100 Liter Frischwasser | minus 100 kg |
| Nachrüstungen wie Markise und Solaranlage | minus 60 kg |
| Fahrradträger mit zwei Rädern | minus 60 kg |
| Gepäck, Vorräte, Campingmöbel | minus 150 kg |
| Reserve | 105 kg |
Wiegen Sie das Wohnmobil vor dem Kauf auf einer Fahrzeugwaage. Manche ADAC-Regionalclubs bieten dafür Wiegeaktionen an. Achten Sie auch auf die zulässigen Achslasten, vor allem hinten, wenn Fahrräder ans Heck sollen. Überladen zu fahren ist eine Ordnungswidrigkeit (Bußgeldkatalog Nr. 198) und verlängert den Bremsweg.
Eine Auflastung erhöht die zulässige Gesamtmasse, etwa auf 3.650 oder 3.850 kg, wenn Achsen, Reifen, Federn und Bremsen das tragen. Dafür braucht es meist eine Freigabe des Herstellers, ein Gutachten einer Prüforganisation und die Berichtigung der Papiere bei der Zulassungsbehörde. Was sich ändert:
Bis 3.500 kg zulässige Gesamtmasse
- Klasse B genügt
- erste Hauptuntersuchung nach 36 Monaten, dann alle 24 Monate
- Kfz-Steuer bei Schadstoffklasse S 4: 240 € im Jahr
- Zuladung oft knapp
Aufgelastet auf 3.850 kg
- Klasse C1 oder alte Klasse 3 nötig
- Hauptuntersuchung in den ersten 72 Monaten alle 24, danach alle 12 Monate
- Kfz-Steuer bei Schadstoffklasse S 4: 260 € im Jahr
- im Ausland teils eigene Tempolimits und Mautregeln über 3,5 t
„Eine Auflastung ist nur ein neuer Eintrag in den Papieren.“
Richtig ist: Sie ändert die nötige Führerscheinklasse, die Abstände der Hauptuntersuchung (Anlage VIII Nr. 2.1.6 StVZO) und die Kfz-Steuer. Mit Klasse B dürfen Sie ein aufgelastetes Wohnmobil nicht mehr fahren, auch wenn es tatsächlich leichter ist.
7Wie alt dürfen die Reifen am Wohnmobil sein?
Ein gesetzliches Höchstalter gibt es nicht, Pflicht sind 1,6 mm Profil (§ 36 StVZO). Wohnmobilreifen altern aber oft, bevor sie abgefahren sind. Das Alter steht in der DOT-Nummer.
Die letzten vier Ziffern der DOT-Nummer an der Reifenflanke nennen Produktionswoche und Jahr: 2219 bedeutet die 22. Woche des Jahres 2019. Weil viele Wohnmobile lange stehen, haben ihre Reifen oft noch reichlich Profil, wenn das Gummi schon hart und rissig ist. Risse in der Flanke oder zwischen den Profilblöcken, Beulen, einseitig abgefahrene Laufflächen und Standplatten sind Gründe für neue Reifen. Die Mindestprofiltiefe von 1,6 mm steht in § 36 Abs. 3 StVZO.
Prüfen Sie außerdem, ob Größe und Tragfähigkeit zu den Eintragungen in der Zulassungsbescheinigung passen. Ein Wohnmobil fährt oft nahe an der zulässigen Gesamtmasse, die Reifen tragen also dauerhaft viel. Sind sie alt, rechnen Sie einen neuen Satz in den Preis ein und verhandeln entsprechend.
8Was kosten Kfz-Steuer und Versicherung für ein Wohnmobil?
Die Steuer richtet sich nach zulässiger Gesamtmasse und Schadstoffklasse: 3.500 kg mit S 4 kosten 240 € im Jahr (§ 9 KraftStG). Dazu kommt die Pflicht zur Haftpflichtversicherung.
Wohnmobile werden nicht wie Pkw nach Hubraum und Kohlendioxid besteuert, sondern nach dem zulässigen Gesamtgewicht und den Schadstoffemissionen (§ 8 Nr. 1a KraftStG). Gerechnet wird je angefangene 200 kg. Die Sätze stehen in § 9 Abs. 1 Nr. 2a KraftStG, Stand Oktober 2026:
| Schadstoffklasse | je 200 kg bis 2.000 kg | je 200 kg darüber | höchstens im Jahr |
|---|---|---|---|
| S 4 und besser | 16 € | 10 € | 800 € |
| S 3, S 2 oder S 1 | 24 € | 10 € | 1.000 € |
| keine dieser Klassen | 40 € | ab 10 €, über 5.000 kg mehr | keine Grenze |
Ein Wohnmobil mit 3.500 kg und Schadstoffklasse S 4 zahlt für die ersten 2.000 kg zehnmal 16 € und für die übrigen 1.500 kg achtmal 10 €, zusammen 240 € im Jahr. Mit 3.850 kg sind es 260 €. Erhoben wird die Steuer vom Zoll.
Pflicht ist eine Kfz-Haftpflichtversicherung (§ 1 PflVG). Für die Zulassung auf Ihren Namen bekommen Sie vom Versicherer eine elektronische Versicherungsbestätigung. Teil- und Vollkasko sind freiwillig. Fragen Sie, ob Einbauten, Markise, Fahrradträger und die Sachen an Bord mitversichert sind, das regelt jeder Vertrag anders. Mit einem Saisonkennzeichen zahlen Sie Steuer nur für die Monate der Saison. Außerhalb davon muss das Wohnmobil auf privatem Grund stehen.
9Wie kaufe ich ein gebrauchtes Wohnmobil sicher, privat oder beim Händler?
Mit Besichtigung bei Tageslicht, Probefahrt, Prüfung der Papiere und einem schriftlichen Kaufvertrag. Von privat ist die Haftung meist ausgeschlossen, beim Händler haben Sie als Verbraucher Gewährleistung.
- Unterlagen vorab anfordernFotos von Fahrzeugschein, HU-Bericht, Gasprüfbescheinigung und Serviceheften
- Besichtigenbei Tageslicht und trockenem Wetter, mit Messgerät und Checkliste
- FIN abgleichendie Nummer am Fahrzeug muss mit Feld E im Fahrzeugschein und mit dem Fahrzeugbrief übereinstimmen
- Probefahrtmit kaltem Motor beginnen, Bremsen, Kupplung, Lenkung und Geräusche prüfen
- Fachleute fragendas Basisfahrzeug von einer Werkstatt oder Prüforganisation prüfen lassen, den Aufbau beim Fachhändler
- Kaufvertragschriftlich mit FIN, Kilometerstand, Zubehör, bekannten Mängeln und Angaben zu Feuchtigkeit und Unfällen
- ÜbergabeZahlung gegen beide Teile der Zulassungsbescheinigung, alle Schlüssel und Prüfbescheinigungen, dann ummelden
Privatverkäufer schließen die Sachmängelhaftung meist aus. Darauf können sie sich nicht berufen, wenn sie einen Mangel arglistig verschwiegen oder eine Garantie übernommen haben (§ 444 BGB). Schreiben Sie deshalb in den Vertrag, was der Verkäufer zu Feuchtigkeit, Unfällen und Gasanlage sagt. Beim Händler haben Sie als Verbraucher Gewährleistung. Bei gebrauchten Fahrzeugen darf er die Frist auf ein Jahr verkürzen, wenn er Sie vorher eigens darauf hinweist und das ausdrücklich vereinbart wird (§ 476 Abs. 2 BGB). Einen Mustervertrag für Wohnmobile bietet der ADAC an.
Zahlen Sie nie vorab für ein Wohnmobil, das Sie nicht gesehen haben. Warum Vorkasse beim Fahrzeugkauf riskant ist, steht im Ratgeber Auto online kaufen ohne Besichtigung. Kaufen Sie im Ausland, etwa in den Niederlanden, kommen Überführung und Zulassung dazu, siehe Auto aus den Niederlanden kaufen.
Häufige Fragen
Wie viele Kilometer sind bei einem gebrauchten Wohnmobil zu viel?
Eine feste Grenze gibt es nicht. Entscheidend sind die Wartung des Basisfahrzeugs nach Herstellerplan, ein trockener Aufbau und Kilometerstände, die Rechnungen und HU-Berichte belegen. Ein Wohnmobil mit wenig Kilometern hat oft lange gestanden, und auch das schadet Reifen, Bremsen und Dichtungen.
Ist die Gasprüfung beim Wohnmobil Pflicht?
Ja. Seit dem 19. Juni 2025 muss der Halter die Flüssiggasanlage nach dem DVGW-Arbeitsblatt G 607 prüfen lassen: vor der ersten Inbetriebnahme, nach prüfpflichtigen Änderungen und danach alle 24 Monate (§ 60 StVZO). Wer die Frist um mehr als zwei Monate überzieht, riskiert ein Bußgeld von 15 bis 60 Euro.
Darf ich mit dem Autoführerschein ein Wohnmobil über 3,5 Tonnen fahren?
Mit Klasse B nicht, Stand Oktober 2026. Sie brauchen C1 oder die alte Klasse 3, die bis Ende 1998 erteilt wurde. Die EU-Führerscheinrichtlinie von 2025 erlaubt künftig Wohnmobile bis 4.250 kg mit Klasse B nach einer Schulung oder Prüfung. Die Staaten müssen das ab dem 26. November 2029 anwenden.
Kann ich ein Wohnmobil ablasten, um es mit Klasse B zu fahren?
Ja, wenn das tatsächliche Gewicht genug Spielraum lässt. Die zulässige Gesamtmasse wird dann mit Gutachten auf 3.500 kg herabgesetzt und in den Papieren berichtigt. Die Zuladung sinkt entsprechend. Wiegen Sie das Fahrzeug vorher reisefertig beladen, sonst fahren Sie später ständig überladen.
Wie prüfe ich ein Wohnmobil auf Feuchtigkeit?
Mit einem Feuchtigkeitsmessgerät: zuerst mitten in einer trockenen Wand messen, dann rund um Fenster, Dachluken, Leisten und Ecken, im Bad und am Boden. Deutlich höhere Werte an einzelnen Stellen sind ein Warnzeichen. Klopfen Sie die Außenwände ab, hohle Stellen und Beulen deuten auf gelöste Wandschichten hin.
Wohnmobil von privat oder vom Händler kaufen?
Von privat ist die Sachmängelhaftung meist ausgeschlossen, Ansprüche bleiben dann nur bei arglistig verschwiegenen Mängeln oder übernommenen Garantien. Beim Händler haben Verbraucher Gewährleistung, bei gebrauchten Fahrzeugen kann sie auf ein Jahr verkürzt werden. Halten Sie in beiden Fällen schriftlich fest, was zu Feuchtigkeit, Unfällen und Gasanlage gesagt wurde.
Quellen: § 6 FeV (Fahrerlaubnisklassen B und C1, Abs. 4a: Wohnmobile in Klasse C1) · § 10 FeV (Mindestalter C1: 18 Jahre) · § 23 FeV (Geltungsdauer der Klasse C1 höchstens fünf Jahre) · § 76 Nr. 9 FeV und Anlage 3 FeV (alte Klasse 3, C1 und C1E unbefristet) · § 21 StVG (Fahren ohne Fahrerlaubnis) · § 60 StVZO (Prüfung von Flüssiggasanlagen nach DVGW G 607 alle 24 Monate) · § 72 Abs. 15 und 16 StVZO (anzuwenden ab 19.06.2025, Übergang) · § 69a Abs. 2 Nr. 20 StVZO (Ordnungswidrigkeit bei versäumter Gasprüfung) · § 36 StVZO (Mindestprofiltiefe 1,6 mm) · Anlage VIII StVZO Nr. 2.1.6 (Hauptuntersuchung bei Wohnmobilen) · Bußgeldkatalog-Verordnung, Anlage Nr. 198 und 200 (Überladung, Gasprüfung), Stand Oktober 2026 · § 8 KraftStG (Bemessung bei Wohnmobilen nach Gesamtgewicht und Schadstoffemissionen) · § 9 KraftStG (Steuersätze für Wohnmobile, Abs. 1 Nr. 2a) · § 1 PflVG (Pflichtversicherung) · § 444 BGB (Haftungsausschluss gilt nicht bei Arglist oder Garantie) · § 476 BGB (Verkürzung der Verjährung bei gebrauchten Sachen) · Richtlinie (EU) 2025/2205 vom 22.10.2025 über den Führerschein, Art. 6, Art. 29 und Anhang V · Bundesministerium für Verkehr, Mitteilung vom 02.09.2026 zum Caravan Salon · Bundesgesetzblatt 2024 I Nr. 191, 56. Verordnung zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften vom 10.06.2024 · TÜV-Verband: Neue Prüfpflicht für Flüssiggasanlagen in Campingfahrzeugen, 03.06.2025 · ADAC: Gebrauchtes Wohnmobil kaufen, mit Kaufvertrag
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